DIE HÖHLE VON DIVAÈA

 

   Die Höhle von divaèa liegt direkt an der Straße Divaèa-Lokev und ist etwa einen Kilometer von Divaèa entfernt. 1884 entdeckte sie Gregor Žiberna, Tentava genannt. Schon drei Jahre speter wurde sie als schauhöhle eingerichtet. Tentava war der erste, der in viele Höhlen abstieg, auch in den 180 m tiefen Eingangsschacht der Kaèna Höhle die nicht weit liegt und bis zum unterirdischen Flusslauf der Reka führt. Er wurde so zu einem großen Forscher der Karstunterwelt am Ende des 19. Jahr-hunderts.
   Die Höhle ist eine der altesten noch erhaltenen Gänge der Reka, die heute nicht weit weg in die weltberühmten Höhlen von Škocjan versickert. Als Teil des eins aktiven von den Reka geformten Höhlensystems, das aus mehreren Einsturzdolinen und Schachten in der Nähe von Divaèa besteht, ist die Höhle besonders besichtigungswert. Sie bietet eine ausgezeichnete Gelegenheit, die Entwicklung der Karsterscheinungen um Divaèa zu begreifen. Durch die lange geologische Vergangenheit wurde sinter fast auf dem ganzen Gang abgelagert, der heute mit interessanten Bildungen geschmückt ist.
   Schon in Vergangenheit wurde die Höhle von bekannten Persönlichkeiten besichtigt. Besonders zu nennen sind Kronprinz Rudolf, nach dem die Höhle kurzzeitig gennant wurde, und der Psychoanayitiker Sigmund Freud, der sich besonders für den Höhlenführer Tentava interessierte, den er für einen verkommenen Genie hielt.

 

 

Beschreibung

 

   Divaèa ist ein größerer Ort, der sich an der Kreuzung der Hauptstraßen und am Bahnknotenpunkt zwischen Postojna und Triest befindet. Von hier fuhrt auch der Weg nach Süden, nach der slowenischen und kroatischen Küste in Istrien. Vor 500 Jahren, als Divaèa in alten Urkunden erwähnt wurde, war dieser Ort eine kleine Siedlung. Im 18. Jahrhundert vergrößerte sich der Ort und zählte 33 Hausnummern, mittlerweile wurde aber Divaèa immer wichtiger und zählte zu Beginn dieses Jahrhunderts schon 700 Einwohner.
   Um die Jahrhundertwende wurde Divaèa auch zu einem Zentrum des Höhlentourismus. In den längst bekannten Höhlen von Škocjan (Škocjanske jame) wurde nämlich im Jahr 1884 ein Teil der Eingangshöhlengänge Für Touristen eröffnet. Am 11. Mai des selben Jahres kam aber der heimische Höhlenforscher Gregor Žiberna, Tentava genannt, einen großen Schritt weiter mit seinen Freunden erforschte er die neue Tropfsteinhöhle in der Nähe von Divaèa. Von da an wirkte Tentava als Touristenführer in der Höhle und wurde vor allem dadurch bekannt, daß er die meisten Höhlen in der Nähe erforschte. Er war auch der erste, der sich in Kaèna Jama (Kaèna Höhle), einem riesengroßen Höhlensystem des Flußes Reka, abseilen ließ. Eine außer-ordentliche Leistung, denn der Abgrund zum Eingang der Höhle ist 175 Meter tief.
   Die ersten Höhlenforscher stellten fest, daß die Höhle von Divaèa, die 700 Meter lang ist, sehr reich an Tropfsteinen und ideal Für touristische Führungen ist. Es vergingen einige Jahre bis der steile Eingang in die Höhle (15 Meter tief) und die Höhlenwege endlich erbaut wurden. In den folgenden Jahren wurde die Höhle vom österreichischen Touristenklub verwaltet. Im Jahre 1887 besuchte sogar der damalige österreichisch-ungarische Kronprinz Rudolf einen Teil der Höhle; als Erinnerung daran war die Höhle eine Zeitlang unter dem Namen Rudolfova jama - Kronprinz Rudolfgrotte - bekannt. Später ist dieser Name in Vergessenheit geraten und der heutige Name - Divaška jama - Höhle von Divaèa, hat sich durchgesetzt. Die touristische Höhle wurde von Reisenden und Touristen aus ganz Europa besucht, denn der Bahnhof Divaèa befand sich ganz in der Nähe der Höhle. Es ist erwähnenswert, daß im Jahre 1898 der bekannte Psychiater, Sigmund Freud einen kurzen Aufenthalt in Divaèa machte und die Höhle besuchte. Er war von der Höhle und dem Touristenführer Tentava begeistert. Zu Beginn des neuen Jahrhunderts, im Jahre 1904, bekam die Höhle von Divaèa ihren neuen Verwalter. Seither sorgte für die Höhle die Abteilung des slowenischen Alpenvereins aus Thiest. Der Verein kümmerte sich auch vorbildlich Für ständige, touristische Führungen in die Höhle. Jedes Jahr bestaunten mehr als tausend Besucher die Höhle. Während des ersten Weltkrieges wurde die Höhle von Divaèa wegen der Frontlinie in ihrer Nähe vernachlässigt. Dasselbe passierte auch nach dem Krieg, als dieser Teil Sloweniens Italien zugeteilt wurde. Die Italiener benannten die Höhle wieder anders, und zwar Grotta Umberto Sotto Corona - nach dem italienischen Höhlenforscher. Als im Jahre 1929 der ständige und treue Höhlenführer Gregor Žiberna Tentava starb, blieb die Höhle wieder vergessen. Erst 1987 wurde die tropfsteinreiche Höhle wieder Für Besucher eröffnet, woran der Höhlenverein "Gregor Žiberna" aus Divaèa großen Verdienst hat.
   Durch den steilen, zweifachen Eingang in die Höhle, welcher 15 Meter tief liegt, führt der Weg die Treppen hinunter bis zum Eingang in die horizontale Höhle. Der erste Teil des 100 Meter langen Höhlenganges, wohin noch das äußere Licht reicht, heßt Plesna dvorana (Tanzsaal). Hier fühlt man noch den Einfluß der äußeren Temperatur. Der nächste, engere Weg durch einen Höhlengang, Šipka (Brombeergestrüpp) genannt, führt zu einem größeren Gang mit Stalaktiten und Stalagmiten aller möglichen Formen und Farben. Der erste Tropfsteinsaal heißt Dvorana Kralja Matjaža (König Matjaž's Saal), wo sich der pittoreske Stalagmit, Denkmal des Königs Samo genannt, befindet. Der Weggeht weiter über eine Sinterbildung zu einem seitlichen Tropfsteingang, den Tentava "Kunstmuseum" mit wunderschönen Tropfsteinen nannte. Ab hier kommt man in den nächsten Saal, sehr reich mit bewegten Stalagmitengruppen, Kalvarija (Kalvarie) genannt. Ganz am Ende der Höhle wartet auf die Besucher der größte Raum - der große Žiberma Saal - mit Gruppen von Stalagmiten und Säulen. An den Seiten befinden sich noch zwei Gänge - Zakladnica (Schatzhöhle) und Biserna vilenica mit großen Kristallen und Helaktiten. Die Höhle endet in einem kleinen aber außerordentlich reichen Gang, Paradiž (Paradies) genannt.